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Der Blues - Fortsetzung
Der Blues ist in Mississippi nicht "nur"
Musik. Der, oder die Blues (Mehrzahl), wie es korrekterweise im Englischen
heisst, sind in Mississippi das tägliche Leben, die Armut, die Hitze,
bei wenig Regen die schlechte Baumwollernte, das karge und trockene Land,
die Freude am Leben, das Tanzen, das Singen, die Verzweiflung und die
Ausweglosigkeit. Eine schwarze Serviertochter in Natchez wird nicht wissen,
wie man Wein, für unsere Begriffe, korrekt und elegant einschenkt. Aber
sie wird freundlich sein und mütterlich, nicht arrogant und borniert wie
vielleicht der Kellner im Schweizer Nobellokal.
Es ist eindrücklich, vor Charley Patton's
Grab zu stehen, der "Voice of the Delta", der einst auf den Dockery Farms
den Blues sang und die Ehefrauen verführte während die Männer auf den
Äckern schufteten. Sein Friedhof ist kein gepflegter; eher ein vertrockneter
Acker inmitten von Baumwollfeldern. Kein schöner Friedhof wie bei uns,
aber dafür liegt dort Charley Patton begraben.
Nein, nicht vieles ist "schön" an Mississippi
und den Blues; aber man kann sich darin gehen lassen und es aufsaugen
und wer weiss, vielleicht verhilft das Erlebnis einem zu neuen Sichtwinkeln
im Leben.
Zum Schluss ein Zitat von Willie Dixon auf
die (ewige) Frage eines Reporters, was denn Blues sei:" The Blues are
the true facts of life!" (Die Blues sind die wahren Begebenheiten
des Lebens!)
Diese Worte lasse ich gerne ein bisschen
nachklingen und lasse euch damit alleine…
Blues always
Philipp Fankhauser
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